Spiel Ideen für mehr Nähe im Alltag
Spiel: Körper-Spiel – „Gemeinsam in Bewegung“
Für welches Alter?
Ideal ab 1,5–6 Jahren. Besonders hilfreich für Kinder, die viel Bewegung brauchen oder schnell überreizt sind.
Was bingt's?
Gemeinsame Bewegung baut Stress ab und schafft unmittelbare Verbindung ohne viele Worte.
Entwicklungsförderung
Das Spiel stärkt die Körperwahrnehmung, unterstützt die Selbstregulation und fördert die Bindung durch Co-Regulation LINK (vgl. Siegel & Bryson, 2011).
Extra Tipp
🧸 Achte darauf, dass dein Kind das Tempo vorgibt – so fühlt es sich sicher und gesehen.
Anleitung
Anleitung „Gemeinsam in Bewegung“
Spiel ankündigen
Sag deinem Kind, dass ihr jetzt gemeinsam ein Bewegungs-Spiel macht, bei dem ihr euch gegenseitig beobachtet und nachmacht.
Bewegungen spiegeln und variieren
Dein Kind beginnt mit einer Bewegung z. B. hüpfen, drehen, stampfen oder kriechen und du machst diese bewusst nach. Danach könnt ihr wechseln, sodass auch du eine Bewegung vormachst, die dein Kind spiegelt. Wichtig ist, dass ihr euch dabei anschaut, gemeinsam lacht und die Bewegungen ruhig oder auch lebendig variieren dürft.
Mit Nähe abschließen
Lasst das Spiel langsam ruhiger werden und beendet es mit einem Moment der Verbindung, zum Beispiel durch nebeneinander sitzen, tief durchatmen oder eine kurze Umarmung.
Einfach mitspielen
Spielend geht alles leichter
Kinder brauchen keine perfekten Spiele, sondern echte Aufmerksamkeit. Gemeinsames Spiel schafft echte Begegnung im Alltag.
Spiel: Gefühls-Spiel „So fühl ich mich“
So funktioniert es
Ideal ab 4–10 Jahren. Besonders geeignet für Kinder, die ihre Gefühle besser verstehen lernen sollen.
Für welches Alter?
Kinder lernen, ihre Gefühle auszudrücken und erleben, dass diese angenommen werden.
Was bingt's?
Fördert emotionale Kompetenz, Empathie und die Fähigkeit, innere Zustände zu benennen (vgl. Petermann, 2021).
Entwicklungsförderung
Die Kombination aus Musik, Zeitrahmen und Handlung trainiert Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und motorische Koordination (vgl. Ahnert, 2020)
Extra Tipp
🐻 Mach selbst aktiv mit! Wenn du Gefühle zeigst, fällt es deinem Kind leichter, sich zu öffnen.
Anleitung
Gefühls-Spiel „So fühl ich mich“
Gefühl bewusst auswählen
Wählt gemeinsam ein Gefühl aus, zum Beispiel fröhlich, wütend, traurig oder überrascht, und überlegt kurz, wie sich dieses Gefühl anfühlen könnte.
Gefühle darstellen und spiegeln
Einer beginnt und stellt das Gefühl mit Gesicht, Stimme oder Körper dar, der andere beobachtet und spiegelt es nach. Danach könnt ihr wechseln. Durch das bewusste Nachmachen erlebt dein Kind: „Meine Gefühle werden gesehen und verstanden.“
Gefühle gemeinsam einordnen
Sprecht kurz darüber, wann ihr euch so fühlt und was euch in solchen Momenten hilft. So entsteht ein ruhiger Austausch, der Verbindung schafft und Sicherheit gibt.
Einfach gestaltet.
Bist du bereit
zu spielen?
Gemeinsames Spiel ist die Sprache der Kinder.
Im Spiel lernen Kinder mehr als durch Erklärungen.
Spielen verbindet
Beim Spielen entstehen Vertrauen und Sicherheit.
Spiel ist Übung für das Leben
Wer mit seinem Kind spielt, versteht es besser.
Herzzeit
Für welches Alter?
Ideal ab 2–10 Jahren. Besonders wirksam für Kinder, die viel Nähe brauchen oder sich im Alltag oft „übersehen“ fühlen.
Was bingt's?
Dein Kind erlebt einen klaren Moment von „Ich bin jetzt dran“ das stärkt Bindung oft stärker als lange gemeinsame Zeit nebenbei.Kooperationsbereitschaft.
Entwicklungsförderung
Die Herzzeit unterstützt die emotionale Regulation, stärkt das Selbstwertgefühl und fördert sichere Bindungserfahrungen (vgl. Ahnert, 2020)
Extra Tipp
🐻 Gib der Zeit einen festen Namen („Herzzeit“, „Mama-Zeit“, „Nur wir zwei“) Kinder freuen sich darauf und fragen aktiv danach.
Einfach Nah sein
Anleitungen zu „Herzzeit“
Herzzeit ankündigen
Sag deinem Kind klar und ruhig, dass jetzt eure gemeinsame Herzzeit beginnt, in der es ganz im Mittelpunkt steht.
Dein Kind führt das Spiel
Dein Kind entscheidet, was ihr macht, während du einfach präsent bist und ohne Ablenkung mitgehst.
Herzzeit bewusst beenden
Beende die Zeit mit einem festen Ritual, zum Beispiel einer Umarmung oder einem kurzen Satz wie „Das war unsere Herzzeit“.
Mein persönlicher Buchtipp für dich 🧡
Was Eltern tun können, um ihren Kindern eine so stabile Basis zu schaffen, zeigen drei renommierte Bindungsforscherinnen. Schlafen, Schreien, Ernährung, Geschwisterstreit oder Grenzen setzen zu allen wichtigen Familinthemen erfahren Eltern ganz konkret, wie sie ihre Kinder stärken können.
Quelle
- Ahnert, L. (2021). Frühkindliche Bindung: Grundlagen, Praxis, Intervention. Kohlhammer.
- Bohnert, Kati (2025) Nervenstark verbunden: Selbstregulation von Kindern stärken – für mehr Geborgenheit, Wachstum und einen entspannteren Familienalltag
- Brisch, K.H, Hellbrügge, T. (Hrsg) (2012) Bindung und Trauma: Risiken und Schutzfaktoren für die Entwicklung von Kindern. Klett-Cotta
- Hüther, G. (2019). Warum ich fühle, was du fühlst. Vandenhoeck & Ruprecht.
- Juul, Jesper (2002). Leitwölfe sein: Liebevolle Führung in der Familie. Weinheim: Beltz.
- Largo, R. H. (2011). Babyjahre. Piper.
- Siegel, Daniel J. & Bryson, Tina Payne (2011). The Whole-Brain Child.
- Schönfeld, Lorena (2023). Selbstregulation spielerisch erlernen: Die schönsten Spiele für eine kreative Förderung der emotionalen Entwicklung und Impulskontrolle im Alltag | im Kindergarten- und Grundschulalter Taschenbuch.
